Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler (Glyphodes perspectalis) - ein durch den internationalen Pflanzenhandel eingeschleppter Schädling bedroht nun auch hiesige Pflanzungen

Der ursprünglich aus dem ostasiatischen Bereich stammende Buchsbaumzünsler gehört zu der Gattung der Kleinschmetterlinge. Der kleine, grau-schwarz bis braun gefärbte Falter hält sich gerne an Blattunterseiten von Gartenpflanzen auf, sodass er optisch kaum in Erscheinung tritt. Jedoch findet sich das Falterweibchen zur Eiablage am Buchsbaum ein.

Die aus dem Gelege entstehenden grünen Raupen tragen schwarz-weiße Streifen, einen schwarzen Kopf, helle Borsten und erreichen eine Größe von bis zu fünf Zentimetern. Die Raupen des Buchsbaumzünslers ernähren sich ausschließlich vom Blattwerk und der Rinde des Buchsbaumes, sodass es bei Befall zum kompletten Kahlfraß und damit zum Absterben der Pflanze kommt.

Umgeben sind die Raupen von einem dichten Gespinst, das sie auch vor Frost und Kälte schützt. In Deutschland und Österreich wurde beobachtet, dass der Buchsbaumzünsler mindestens zwei Generationen pro Jahr hervorbringt.

Den Befall des Buchsbaumes mit den Raupen des Buchsbaumzünslers erkennt man sowohl an den Gespinsten selbst, als auch an einer Hellfärbung der Pflanze. Der Buchsbaumzünsler frisst sich von innen nach außen vor, sodass eine Schädigung oft nicht sofort bemerkt wird. Die Raupen verzehren zunächst die Buchsbaumblätter und lassen Stiel sowie Blattrippen zurück. Ist für den Buchsbaumzünsler kein Blattwerk mehr erreichbar, frisst er die Rinde des Buxus. Auf diese Art und Weise zerstört der Buchsbaumzünsler selbst kräftige und große Pflanzen.

Erstmals außerhalb seiner Heimat in Erscheinung getreten ist der Buchsbaumzünsler 2007 in Deutschland, wo er insbesondere im westlichen Rheinland zur Plage geworden ist. Seit dem Jahr 2009 melden jedoch auch Regionen in Österreich die Verwüstung von Buchsbaumpflanzungen durch den Buchsbaumzünsler; seit Kurzem auch in Niederösterreich. Selbst in der Schweiz hat der Buchsbaumzünsler innerhalb der letzten zwei Jahre ganze Parkanlagen und kilometerlange Buchsbaumhecken zerstört.

Um derartig desolate Schäden an den wertvollen und relativ langsam wachsenden Buchsbäumen zu vermeiden, sollte bei einem Befall mit dem Buchsbaumzünsler kurzfristig der Fachmann konsultiert werden.

Zunächst ähnelt das Schadbild des Buchsbaumzünslers anderen typischen Buchsbaumerkrankungen, sodass Pflanze und Schädling genau in Augenschein genommen werden sollten. Durch das schützende Gespinst und das Aufhalten der Raupe im Inneren der Pflanze ist ein Behandeln mit Pflanzenschutzmitteln für den Laien kaum zu bewerkstelligen. Bei der Gelegegröße ist auch ein Absammeln der einzelnen Raupen kaum möglich.

Wir empfehlen unseren Kunden, sich bei dem Verdacht eines Befalls unverzüglich mit uns in Verbindung zu setzen. Die plageähnliche Ausbreitung des Buchsbaumzünslers sollte nicht unterschätzt werden. Wird der Buchsbaumzünsler nicht bekämpft, hinterlässt er auch in unseren Gefilden eine Schneise der Zerstörung.